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Politisch mißbraucht?
Psychatrie und Staatssicherheit in der DDR
Erscheinungstermin digitales Buch: September 2010
Basiert auf der Buchausgabe: Juni 2000
Auflage: 2.
Erstveröffentlichung: September 1998
Datei-Format: PDF
Seitenzahl: 772
ISBN: 978-3-86284-032-8
Reihe / Kategorie: Wissenschaftliche Reihe der Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen
Hat es auch in der DDR einen politischen Mißbrauch der Psychiatrie gegeben? Sonja Süß hat in jahrelanger Kleinarbeit Hunderte Akten des MfS ausgewertet und kommt in ihrer Monographie zu überraschenden Ergebnissen: Tatsächlich hat ein Teil der Ärzte, die als inoffizielle Mitarbeiter des MfS tätig waren, Patientengeheimnisse verraten. Auch wurden psychisch Kranke anläßlich von Staatsfeiertagen als potentielle Störer vorübergehend in psychiatrische Krankenhäuser eingewiesen. Außerdem waren mehrere Fälle von Psychiatriemißbrauch zur Disziplinierung unbequemer Menschen durch die politischen Machthaber nachzuweisen. Doch anders als in der Sowjetunion oder Rumänien wurde die Psychiatrie in der DDR nicht systematisch als staatssicherheitsdienstliches Instrument zur Verfolgung politischer Gegner mißbraucht. Sonja Süß macht das Geschehen im psychiatrischen Fachgebiet durch eine ausführliche Schilderung des zeitgeschichtlichen Kontextes in bezug auf das gesamte Gesundheitswesen der DDR verständlich und zeichnet das Zusammenspiel von KGB und MfS im Weltverband für Psychiatrie nach - ein Geschehen, über das bisher nur vage Vermutungen existierten.

Pressestimmen

Sonja Süß besitzt eine doppelte Kompetenz. Sie hat selbst als Fachärztin in der Psychiatrie der DDR gearbeitet, stand der Bürgerrechtsbewegung nahe und wurde als Mitglied des Demokratischen Aufbruchs 1990 mit der Untersuchung zum politischen Mißbrauch der Psychiatrie in der DDR betraut.
Mehrere Jahre hat die Autorin mit Aktenrecherchen und Zeitzeugenbefragungen zugebracht. Dies tat sie mit der Akribie der gelernten Naturwissenschaftlerin und der Unaufgeregtheit der Psychiaterin. Das Resultat ist entsprechend eindeutig und darf bis zur Vorlage anderslautender Beweise als wissenschaftlich gesichert gelten.
Die Literarische Welt

Wer sich ein objektives Bild von dem Komplex DDR und Psychiatrie machen möchte, sollte dieses Buch lesen.
Deutsches Ärzteblatt

Zweifellos hat die Autorin eine der zeitgeschichtlich bedeutsamen Fragestellungen für die Geschichte und das Verständnis des DDR-Staates und seines psychiatrischen Gesundheitswesens aufgegriffen und umfassend bearbeitet.
Christian Zechert, Rundbrief der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.

Eingriffe des Staates in die Psychiatrie nach sowjetischem Muster sind für die DDR nach den vorliegenden Untersuchungen nur in seltenen Fällen nachweisbar. Dagegen bestand in allen medizinischen Fachbereichen, aber ganz besonders in der Psychiatrie, ein staatliches Spitzelsystem, das die Schweigepflicht verletzte... Die sorgfältige Arbeit der Autorin führt zu einer differenzierten Ansicht. Nicht zufällig wurde sie von zwei Seiten abgelehnt: von Lesern, die auf Enthüllungen einer psychiatrischen Hölle im Kommunismus gehofft hatten, und von solchen, denen in ihrer Nostalgie das Bild zu dunkel erschien.
Neue Zürcher Zeitung

Das Buch von Sonja Süß stellt zu den genannten Aspekten des politischen Missbrauchs der Psychiatrie eine reichhaltige und sorgfältig aufgearbeitete Informationsquelle dar. Es dient der Aufarbeitung des begangenen SED-Unrechts und ermöglicht eine sachliche Diskussion.
Recht & Psychiatrie

Wer sich ein objektives Bild von dem Komplex DDR und Psychiatrie machen will, sollte dieses Buch lesen.
Deutsches Ärzteblatt

Fast ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der DDR ist nun die erste, gründlich recherchierte Monographie über die DDR-Psychiatrie erschienen.
(...) Das Ergebnis der Forschungen von Sonja Süß ist gestützt auf die Untersuchung der einschlägigen psychiatrischen Institutionen in der DDR durch gesamtdeutsch zusammengesetzte Expertenkommissionen nach der Wende, die Weisungen des Ministeriums für Staatssicherheit, die Analyse der Stasi-Akten von IM-Psychiatern und von Opfern politischer Repression.
Deutschland Archiv

Die Autorin stützt ihre Befunde auf belegbare Tatsachen, die durch einen umfangreichen Apparat von Anmerkungen und Fußnoten dokumentiert werden.(...) Neben einem umfangreichen Literaturverzeichnis, Ortsregister und Erläuterungen DDR-spezifischer Abkürzungen enthält das Werk auch ein ausführliches Personenregister, in dem die einst für das Ministerium für Staatssicherheit tätigen Psychiater namentlich aufgeführt sind.
F.A.Z.



Das Buch beschränkt sich nicht auf die kollektiven politischen Hintergründe, sondern liefert ebenso sehr die illustrierenden Fallbeispiele aus dem Alltag der Patienten, Psychiater und Beamten, und es übermittelt begründete Eindrücke über das Gewicht und die Häufigkeit charakteristischer Situationen.
Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie